
Wie wir in der Lebenswerkstatt arbeiten
Die Lebenswerkstatt folgt keiner starren Linie. Sie ist eher wie eine Werft: ein Ort, an dem etwas entsteht, Form annimmt, geprüft und weiterentwickelt wird, bevor es Kurs aufnimmt.Wir arbeiten deshalb nicht nach dem Prinzip: zuerst alles fertig durchdenken und erst dann losgehen. Stattdessen arbeiten wir so, wie man auch im Design Thinking arbeitet: menschenbezogen, tastend, kreativ und Schritt für Schritt. Schneller und öfters in den Austausch gehen und bereits früh einen Prototy präsentieren und Feedback einholen.Das bedeutet:
- du schaust zuerst genau hin
- du entwickelst Ideen
- du machst erste Entwürfe sichtbar
- du testest sie im Kleinen und du holst Feedback ein
- und du lernst daraus um Anpassungen vorzunehmen
Nicht alles muss sofort klar sein. Vieles zeigt sich erst, wenn du beginnst, es auszusprechen, zu gestalten oder in einem ersten Prototyp zu erproben.In der Lebenswerkstatt geht es deshalb nicht nur um Nachdenken, sondern auch um Erleben, Ausprobieren und Weiterentwickeln. Erkenntnis und Handlung gehören zusammen.Du darfst unterwegs lernen. Du darfst korrigieren. Du darfst merken, dass etwas noch nicht stimmig ist. Auch das ist Teil des Weges.So wird aus einer Ahnung nach und nach ein tragfähiger Kurs.
Die Basis unseres Vorgehens
Die Lebenswerkstatt verbindet zwei Grundlagen: einerseits eine kreative und praktische Arbeitsweise, wie man sie aus dem Design Thinking kennt, und andererseits ein sinnorientiertes Menschenbild, das von Viktor Frankl geprägt ist.Viktor Frankl ging davon aus, dass der Mensch nicht nur danach fragt, was er vom Leben will, sondern auch danach, was das Leben von ihm will. Sinn zeigt sich nicht nur im Nachdenken, sondern auch darin, wie wir auf das Leben antworten — mit unserer Haltung, unserem Handeln und dem, was wir in die Welt bringen.Diese Grundidee prägt die Lebenswerkstatt. Es geht nicht nur darum, etwas Passendes für dich zu finden. Es geht darum, etwas zu entdecken, das für dich stimmig ist und zugleich Wirkung entfalten kann.
Die drei Kreise: Einstellung, Schöpfen, Erleben
Die drei Kreise sind kein Modell, das du einmal verstehst und dann abhakst. Sie kehren in jedem Modul wieder – mal als Frage, mal als Aufgabe, mal als Erfahrung. Unser Vorgehen orientiert sich an drei grossen Bewegungen, die im Leben immer wieder zusammenspielen:
- In Motivation und Ressourcen wirst du vor allem mit deiner Einstellung konfrontiert – wie du auf dein Leben und deine Möglichkeiten blickst.
- In Kunden und Angebot bist du im Schöpfen – du entwirfst, erkundest, bringst etwas in Form.
- In Begleiter und Resonanz trittst du ins Erleben – du nimmst wahr, was zurückkommt, was trägt und was sich als stimmig erweist. Das Ich-Modul verbindet alle drei.
Nicht jeder Schritt passt sauber in eine Schublade – und das ist in Ordnung. Anders gesagt:
Kopf, Hand und Herz gehören zusammen.Ein Weg wird meist dann tragfähig, wenn sich in diesen drei Bereichen etwas miteinander verbindet:
- eine klare innere Haltung
- ein konkretes Tun
- und eine Erfahrung von Stimmigkeit und Resonanz
Die Reihenfolge der Module ist bewusst gewählt, du kannst sie aber auch nach deinen eigenen Prioritäten anpassen. Wichtig ist, dass du alle drei Bewegungen im Verlauf der Werkstatt durchläufst.
Die sechs Hexagone
Die Themen der Lebenswerkstatt sind in sechs Hexagone gegliedert. Jedes Hexagon beleuchtet einen wichtigen Aspekt deines Weges:
Motivation – was dich antreibt und wofür dein Herz schlägt
Kunden – für wen du wirken möchtest und wessen Bedürfnisse du wahrnehmen willst
Angebot – was du konkret gestalten, ausprobieren oder in die Welt bringen könntest
Ressourcen – was du mitbringst, was dich trägt und worauf du aufbauen kannst
Wegbegleiter – wer dich unterstützt, stärkt, spiegelt und mit dir ein Stück des Weges geht
Resonanz – was aus der Realität zu dir zurückkommt und was sich als stimmig oder tragfähig zeigtDiese Hexagone hängen zusammen. Du bearbeitest sie nicht einfach wie isolierte Themen, sondern als miteinander verbundene Felder deiner Lebensreise.
Im Zentrum steht dabei immer wieder das ICH: nicht als Ego im Mittelpunkt, sondern als der Mensch, der hinschaut, antwortet, gestaltet und lernt, seinen Weg bewusster zu gehen.Die Reihenfolge der Bearbeitung wurde bewusst so gewählt, kann aber nach persönlichen präferenzen angepasst werden.
Was du von der Lebenswerkstatt erwarten kannst
Die Lebenswerkstatt verspricht keine perfekte Antwort und keinen fertigen Masterplan.Aber sie hilft dir, klarer zu sehen:
- was dich wirklich bewegt
- was du mitbringst
- für wen du wirken möchtest
- welche Form dein Wirken annehmen könnte
- und welche nächsten Schritte jetzt dran sind
Du wirst in dieser Werkstatt nicht nur reflektieren, sondern auch entwerfen, testen, Rückmeldungen einholen und deinen Kurs schärfen.So entsteht Schritt für Schritt etwas, das nicht nur gut gedacht ist, sondern sich auch im Leben bewähren kann.
Ein letzter Gedanke zum Start
Du musst am Anfang nicht alles im Griff haben. Du musst nicht schon genau wissen, wohin die Reise führt oder welche Form deine Berufung am Ende annehmen wird. Es reicht, wenn du bereit bist, ehrlich hinzuschauen, dich auf den Prozess einzulassen und erste Schritte zu wagen.
Viele Menschen warten zu lange, weil sie glauben, zuerst noch sicherer, klarer oder fertiger sein zu müssen. Doch Klarheit entsteht oft nicht vor dem Weg, sondern auf dem Weg. Sie wächst, wenn wir anfangen, Gedanken auszusprechen, Ideen sichtbar zu machen, Rückmeldungen einholen und erleben, was trägt.
Genau deshalb ist die Lebenswerkstatt eine Werkstatt und kein Prüfungsraum. Du musst hier nichts beweisen. Du darfst tastend beginnen, Widersprüche entdecken und merken, dass manches noch unfertig ist. Das ist kein Zeichen von Scheitern, sondern Teil des Prozesses.Wichtig ist nicht, dass du alles kontrollierst. Wichtig ist, dass du innerlich in Bewegung kommst und den nächsten stimmigen Schritt nicht aufschiebst. Vieles wird sich erst unterwegs zeigen. Aber genau dafür bist du hier: damit das, was in dir angelegt ist, Schritt für Schritt Form gewinnt und seinen Weg in die Welt findet.
